Eigentlich sollte ich nichts mehr trinken…

Es war der Donnerstag, also musste ich am nächsten Tag eigentlich wieder direkt um 8 in der Arbeit sein. Wir waren zum Bauwagen im Nachbarsort eingeladen und ich wollte unter keinen Umständen hin. Leider wurde ich aber überredet und ging hin, um kurz vorbeizuschauen und vielleicht ein kleines Bier zu trinken – leider kam alles aber ein wenig anders. Wir waren zu dritt und haben alle das Fahrrad genommen, um überhaupt hinzukommen. Zufälligerweise hatte ich noch 150€ im Geldbeutel, die ich eigentlich vor dem Wegfahren herausnehmen wollte. Im Bauwagen sind ohnehin die Preise sehr niedrig und da ich mich gegenseitig mit meinem inneren Ich fest darauf geeignet hatte, nur ein Bier für 2€ zu trinken, dachte ich kein Problem. Als wir dann aber ein wenig zusammengesessen sind, wurde ich zu einem Malibu überredet. Mein Fehler hat schon genau da angefangen, weil ich den Kokos-Geschmack von Malibu liebe und deswegen auch immer mehr zugegriffen habe.

Wie es zu weit in Fahrt kam

Der Malibu hat sich so langsam in meinem Körper angehäuft und auch das Bier davor tat mir nicht mehr gut. Ich war schon relativ betrunken und wurde dann sogar noch zu mehreren Runden Tequila überredet. Also saß ich mit 2 alten Freundinnen aus meinem Ort am Couchtisch und begann immer wieder aufs Neue mit einer Runde.
Im Wesentlichen gab es da zwei Probleme, aber nun erstmal zum ersten Problem. Ich führe mich extrem auf, wenn ich einmal einen gewissen Punkt Betrunkenheit erreicht habe. Diesen Punkt hatte ich spätestens mit meinen beiden Freundinnen und dem Tequila überschritten. Ich gehe, wenn ich sehr betrunken bin permanent umher, begrüße sogar fremde Leute und umarme alle möglichen Personen. Da ich mich lustigerweise nicht mehr daran erinnern konnte und kann, wurde mir das ganze nur von meinen Freunden erzählt, mit denen ich zum Bauwagen geradelt bin. Ich habe neue Gäste schon fast niedergebrüllt mit meiner lachenden Begrüßung. Diese Blamage hat sich über 1 Stunde hinweg gezogen und mich hat dabei auch niemand aufgehalten, es fanden nämlich alle anderen Feiernden sehr lustig!

Das viel größere Problem

Nun aber zu meinem viel heftigeren Problem, das man sich bestimmt schon denken konnte. Es war Donnerstag und ich musste daher noch den Freitag in der Arbeit durchstehen – nach einem kompletten Saufgelage. Schon beim Aufstehen wollte ich mich unbedingt krank melden, was aber nicht möglich war, weil ich meiner Chefin bereits mitgeteilt habe, dass ich auf diese Feier gehe und nur wenig trinke. Also musste ich aufstehen, meinen Kaffee machen und als halbe Leiche zur Arbeit kommen. Jedes einzelne Wort in der Busfahrt kam mir wie ein Attentat auf meine Ohren vor. In der Arbeit durfte mich niemand anreden. Das haben glaube ich auch recht schnell alle gemerkt, weil ich so ziemlich allein gelassen wurde und vor mich hin vegetierte. Zuhause angekommen erstmal ins Bett und den ganzen restlichen Nachmittag verschlafen, denn am Abend soll es ja wieder weitergehen mit einer anderen Party.

Eigentlich sollte ich nichts mehr trinken…

JessiBae.